Holger Böning

Zur Musik geboren

Johann Mattheson. Sänger an der Hamburger Oper, Komponist, Kantor und Musikpublizist. Eine Biographie.

Band 80 der Reihe "Presse und Geschichte – Neue Beiträge", herausgegeben von Astrid Blome, Holger Böning und Michael Nagel

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Cover des Buches

Titel:

Holger Böning:

Zur Musik geboren. Johann Mattheson. Sänger an der Hamburger Oper, Komponist, Kantor und Musikpublizist. Eine Biographie.

380 S., zahlr. Abb. – 2014 – fester Einband – Lesebändchen

ISBN:

978-3-943245-22-6

Preis:

24,80 Euro

Diese Biographie erzählt das ereignisreiche Leben einer der interessantesten Persönlichkeiten der frühen deutschen Aufklärung: des Opernsängers, Komponisten, Publizisten und Hamburger Domkantors Johann Mattheson. Geboren in einer wohlhabenden Hamburger Familie, wird er neunjährig als Sänger für die Oper in der Hansestadt entdeckt und wird in den folgenden fünfzehn Jahren zwei­tau­send­mal auf der Bühne stehen. Er befreundet sich mit Georg Friedrich Händel, den er mit seinen Erfahrungen bei dessen erster Oper Almiraunterstützt, bis es 1704 nach einer Aufführung der Mattheson-Oper Cleopatrazu einem Duell kommt, das Händel nur mit Glück überlebt. Bald darauf wird Mattheson Sekretär beim eng­lischen Gesandten in Hamburg. Weiterhin ist er als Tonsetzer – eine von ihm erfundene Bezeichnung für Komponisten – und Domkantor tätig, befreundet mit dem Verantwortlichen für die Kirchenmusik an den Hamburger Hauptkirchen, Georg Philipp Telemann. Streitbar setzt er sich für die „Ehre der Musik“ und ein größeres Renommée der Musiker ein.

Nicht nur als Komponist ist Mattheson bedeutend. Als einfallsreicher Publizist kul­tiviert er die Polemik, weil er meint, Erkenntnisfortschritt sei nur im öffentli­chen Disput möglich. Er begründet die deutsche Musikpublizistik mit seiner Critica Musica und dem Musicalischen Patrioten, in denen er auch Laien als Leser ansprechen möchte. Nicht Autoritäten, so ist er überzeugt, haben über die Rich­tig­keit von Lehrmeinungen zu entscheiden, sondern die Vernunft, und als Motor jeden Fortschritts begreift er die unbehinderte Debatte. So wird er zu einem der Mitbegründer eines modernen Wissenschaftsbegriffs.