edition lumière

Klaus-Dieter Herbst (Hrsg.)

Astronomie, Literatur, Volksaufklärung. Der Schreibkalender der Frühen Neuzeit mit seinen Text- und Bildbeigaben

Band 67 der Reihe "Presse und Geschichte – Neue Beiträge", herausgegeben von Astrid Blome, Holger Böning und Michael Nagel

Cover:

Cover des Buches von Klaus-Dieter Herbst

Titel:

Klaus-Dieter Herbst (Hrsg.):

Astronomie, Literatur, Volksaufklärung. Der Schreibkalender der Frühen Neuzeit mit seinen Text- und Bildbeigaben

500 S., mehr als siebzig Farbabbildungen, 2012 -- Hardcover

ISBN:

978-3-943245-02-8

Preis:

44,80 Euro

Dieser Band wurde gemeinsam mit dem Verlag Historische Kalender Drucke Jena verlegt.

Dieser Band versammelt 22 Aufsätze über die großen Schreibkalender, d. h. über ein Druckmedium, das seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts lange Zeit für viele Menschen den einzigen Zugang zu weltlichem Lesestoff bot. In der Mitte des 17. Jahrhunderts setzte eine inhaltliche Differenzierung bei den Text- und Bildbeigaben in den Schreibkalendern ein, was Käufer mit unterschiedlichen Interessen ansprechen sollte und dabei auch die verschiedenen Bildungsgrade der Leser berücksichtigte. Die Erforschung dieser bis ins 18. Jahrhundert hinein zu beobachtenden Entwicklung wurde nach dem Auffinden der beiden umfang­rei­chsten Kalendersammlungen in der Biblioteka Czartoryskich in Krakau und im Stadtarchiv von Altenburg spürbar belebt.

In den Beiträgen, die im wesentlichen auf die Vorträge einer im Oktober 2011 in Altenburg durchgeführten Tagung zurückgehen, werden die Schreibkalender nicht nur auf alte Fragestellungen hin neu untersucht, sondern es werden auch neue Probleme aufgezeigt. So wird wiederholt gefragt, in welchem Maße Grim­mels­hausen an dem Verfassen von Jahreskalendern beteiligt war und wann die ersten volksaufklärerischen Kalendertexte auftraten. Es wird dem literarischen Erzählen und Dichten ebenso nachgegangen wie dem Einfließen von Wissen über Außer­euro­pa, dem Interagieren mit Flugblättern und Zeitungen, der Kriegs- und Endzeit-Thematik sowie dem Widerspiegeln politischer Ent­wick­lungen in den Kalendern. Neue Blickrichtungen auf das Kalenderwesen bieten die Ana­ly­sen der Titelbilder, der Paratexte, der genealogischen Informationen und der Judentumskunde. Gezeigt wird ferner, daß auch für die astro­no­mie­historische For­schung die Schreibkalender eine neue, noch kaum genutzte Quelle darstellen. Schließlich wird aus der Fülle der Altenburger Kalendersammlung ein bislang nicht bekannter Kalenderverlag in Kulmbach vorgestellt.